Lokales am Sonntag
30. März 2003
Jugendpflege und Schule:
Zusammenarbeit gedeiht
Unterricht mal anders: Passt mein Jobwunsch zu meinen Fähigkeiten?
Liebenau (hej).
Zum zweiten Mal hat Jugendpfleger Henning Andresen im Jugendhaus
"1001" ein multimediales Bewerbungstraining organisiert. Diese Angebote richtet die
Jugendpflege aber nicht "ins Blaue", sondern ganz gezielt an die 9. Klasse der
benachbarten Realschule.
"Das Angebot steht noch in der Testphase", sagt der Jugendpfleger. Doch davon
ist im Ablauf nicht viel zu merken. In drei Gruppen - "Technik", "Kreativ" und
"Dokumentation" - gehen die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Weise
an die Arbeit, an deren Ende zum einen eine sichere Selbstpositionierung der jungen
Leute stehen soll, zum anderen einige Klarheit über Sinn und Unsinn des Berufswunsches.
Selbstfindung, Selbstbewusstsein, Berufsfindung sind die Schlüsselworte. Mit einem - vor
Ort selbst entwickelten - Fragebogen klären die Schüler, ob ihr Traumberuf tatsächlich
zu ihnen passt. Ein kleines Theaterstück schildert eine berufliche Situation mit drei
möglichen Ergebnissen. Und die Technik-Gruppe versucht unter dem Motto "Wir sind alle
schön" nicht nur, das Geschehen mit Foto, Film und COmputer zu dokumentieren, sondern
auch, die jeweiligen Vorzüge der Akteure ins beste Licht zu rücken - auch das vor dem
Hintergrund eventuell anstehender Bewerbungen. Neben Henning Andresen haben Rosa Özkan,
Markus Wist und Daniela Andresen ein Auge auf die Jugendlichen.
Die meisten Schülerinnen und Schüler der 9c von Klassenlehrer Jens Schaper werden zwar nach
eigenen Worten noch mindestens ein Jahr zur Schule gehen. Spaß gemacht habe der Tag in
der "1001" aber trotzdem, und gebracht habe er auch etwas, beispielsweise, sich sachlich
mit Argumenten auseinanderzusetzen und darauf zu reagieren - so, wie es später zum
Beispiel im Berufsleben nötig sein könnte.
Zwischen Realschule und "1001" hat sich ein recht lebendiges Miteinander entwickelt - "in
dieser Form einmalig im Landkreis", versichert Andresen. Angesichts des Interesses der
Realschule will der Jugendpfleger die Kontakte intensivieren.
Zu Gute kommt dem Jugendhaus dabei, dass die technische Ausstattung der
"Dokumentationsstelle Pulverfabrik" genutzt werden kann. Und die Neuntklässler, die dem
"Schultag" im Jugendhaus im Vorfeld skeptisch gegenüber standen, nehmen - trotz lockerer
Atmosphäre - einiges mit. Einer habe das so formuliert, erzählt Henning Andresen:"Man
lernt'ne ganze Menge, auch wenn man's erst gar nicht merkt!"
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